Die Kinostarts am am 27. Juni 2013 markieren einen interessanten Querschnitt durch die Kinolandschaft: Dokumentationen, Komödien, Dramen und Blockbuster laufen in den Lichtspielhäusern an, ohne dass ein Genre dabei besonders hervorsticht. Dafür sind einige der Filme  in ihrer Vielfältigkeit geradezu erstaunlich.

World War Z

World War Z

Als Buchverfilmung, die keine wirkliche ist, versucht „World War Z“ mit Brad Pitt die Auswirkungen einer Zombie-Apokalypse auf Leinwand zu bannen: Während in der Vorlage von Max Brooks der weltweite Umgang mit den Untoten thematisiert wird, präsentiert der Film die Suche nach einer Lösung des Problems. Marc Forster inszeniert den auch in 3D vorliegenden Film bildgewaltig und eindringlich mit Brad Pitt in Hochform, während einige Aspekte jedoch etwas blutleer und hirnlos daher kommen.

Die russische Animationsproduktion „Jets – Helden der Lüfte“, die auch in 3D in die Kinos kommt, nimmt sich die Prämisse des Pixar-Hits „Cars“ und versieht Flugzeuge mit niedlichen Gesichtern. Dazu sprechen Dave Davies und Michael Schulte – leider können weder die Animationen, noch die Texturen oder das Script überzeugen. Zumindest die ganz kleinen Zuschauer werden ihren Spaß haben, wenn der kleine Jet „Knight“ sich bei den Vorbereitungen zur großen Air Show in „Lightning“ verliebt und ihm Veteranen-Flugzeuge ihre Tricks beibringen.

Kinostarts am 27.06.13: Identitätsfindung, Klischees und Komödien

Gauri Shinde hat mit „Englisch für Anfänger“ nicht nur eine charmante Culture-Clash-Geschichte mit einem Emanzipationsfilm verbunden, sie hat hierzu auch Bollywood-Legende Sridevi nach 15 Jahren wieder zum drehen überreden können: Die indische Hausfrau Shashi wird von ihrer Familie nicht ernst genommen und die Tatsache, dass sie des Englischen kaum mächtig ist, macht die Sache nicht besser. Als sie nach New York zu einer Hochzeit eingeladen wird, nutzt sie die Gelegenheit, um bei einem Sprachkurs ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Gutfühl-Kommödien spielen gerne einmal mit dem Exoten-Faktor Griechenlands und die britische Produktion „Papadopoulos & Söhne“ ist da keine Ausnahme: Harry Papadopoulos, Unternehmer des Jahres, ist zwar griechischstämmig, aber erfüllt kein Klischee – dafür ist sein Bruder Spiros zuständig, der auftaucht, um mit griechischer Lebenslust der Familie zu helfen, nachdem diese Pleite gegangen ist. Kurzerhand wird ein Fish & Chips Laden eröffnet, der in Konkurrenz mit einer türkischen Döner-Bude steht, woraufhin dann wirklich sämtliche Klischees abgearbeitet werden können.

Independent-Musikern geht es schlecht: „A Silent Rockumentary“ will auf die derzeitige Lage des Musikgeschäfts aufmerksam machen und zeigt ihre Reportage über die seit 20 Jahren bestehende „Mardi Gras.BB“ Brass und Marching Band als Stummfilm. Für sie sind die Probleme von schlechten Plattenverkäufen unter anderem durch illegale Downloads bedingt, doch sie versuchen auch nach 1.000 Konzerten weiter auf sich aufmerksam zu machen.

Meisterwerke im Kino: Die neuen Filme von Wong Kar-Wei, Xavier Dolan und Baltasar Kormákur

Xavier Dolan hat seinen dritten Film „Laurence Anyways“ unbequem, ehrlich, erschütternd, eindringlich und grandios inszeniert: Laurence fühlt sich als Frau im Männerkörper, möchte aber mit seiner Freundin Fred zusammenbleiben. Während er/sie sich gegen die Widrigkeiten einer verständnislosen Umgebung auflehnen muss, kämpft Fred mit der ungewöhnlichen Situation – vor allem aber tragen beide ihren Kampf um Persönlichkeit und Liebe aus, während der Regisseur ein beeindruckendes Meisterwerk abliefert, dass von den Zuschauern einiges abverlangt.

Regisseur Baltasar Kormákur hat mit „The Deep“ die Geschichte eines Fischers aufgenommen, der als einziger ein Schiffsunglück vor Island überlebt. Ohne Hollywood-typische Effekthascherei und doch intensiv und realistisch schildert er die Lebenssituation auf den Westmännerinseln, den Kampf ums Überleben und auch den Umgang mit dem unfreiwilligen Ruhm nach der Rettung.

Meisterregisseur Wong Kar-Wei hat mit Tony Leung die Geschichte der Kung-Fu-Größe Ip Man als „The Grandmaster“ verfilmt: Der Film über den Martial-Arts-Kämpfer, der nicht nur Wing Chun bekannt machte, sondern auch Bruce Lee unterrichtete, wartet mit gewohnt brillanten Bildern und einer tiefen Trauer auf, wenn die zweite Lebenshälfte des Großmeisters erzählt wird. Der Film hat 2013 die Berlinale eröffnet.

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